Internationale Touristische Friedensfahrt

123. Radsportjahrestag

Pressemitteilung Zossen, den 11. Juni 2019

Würdigung für einen Radklassiker
„Rund um Berlin“ wurde 1896 erstmals in Zossen gestartet / Einweihung einer Erinnerungstafel am Kilometerstein 1

Zossen. Radsportfreunde sollten sich den 16. Juni 2019 vormerken. An diesem Tag veranstaltet die Stadt Zossen zusammen mit dem Rad-Club Berlin-Brandenburg und dem RC Charlottenburg von 1883 ab 11 Uhr ein besonderes Rad-Event. Zur Erinnerung an die Radsportklassiker „Rund um Berlin“ und „Rund in Berlin“ wird mit der Einweihung einer Gedenktafel an dem restaurierten Kilometerstein 1 in Zossen und einer Radtour von Zossen - unter anderem zum Museum „Speichensport-Galerie“ in Wünsdorf - die Geschichte dieser legendären Radsportrennen gewürdigt. Zugesagt haben ehemalige Sieger und Platzierte, Olympiasieger, Weltmeister, Friedensfahrtsieger, Deutsche Meister und DDR-Meister, unter anderem Radsportidol „Täve“ Schur.

Am 31. August 1896 begann die Geschichte des Traditionsrennens „Rund um Berlin“ mit Start und Ziel in Zossen. Bürgermeisterin Michaela Schreiber erinnert in ihrem Grußwort daran, dass Zossen nicht nur zweimal Startort des Rennens war, sondern über viele Jahrzehnte als traditioneller Durchfahrtsort dem Radklassiker treu geblieben ist. Sie bedankt sich bei dem in der Stadt Zossen neu gegründeten Radclub Berlin-Brandenburg sowie dem RC Charlottenburg, dessen Vorgänger und Gründungsverein Berliner Bicycle Club von 1883 schon bei der Premiere von „Rund um Berlin“ 1896 in Zossen aktiv war, für das Bemühen, an ein Stück Geschichte zu erinnern und es zu erhalten.

Hintergrund: Das rund um die deutsche Hauptstadt Berlin führende Rennen fand erstmals 1896 statt und ist damit fünf Jahre jünger als "Bordeaux - Paris", das älteste regelmäßig ausgetragene Straßenradrennen überhaupt. Die Bedeutung von "Rund um Berlin" blieb jedoch stets auf die nationale Ebene beschränkt. So stammen bis auf drei Ausnahmen alle Sieger des Rennens aus Deutschland. 1935 wurde "Rund um Berlin" gleichzeitig als das Rennen um die Deutsche Straßen-Meisterschaft ausgetragen. Zwischen 1946 und 1949 wurde das Radrennen noch als Gesamtberliner Profi- und Amateurstraßenrennen ausgetragen. Für den West-Berliner Radsportverband erwies sich jedoch eine weitere Austragung des Rennens als nicht mehr möglich, da die Streckenabschnitte im Osten durch die Regierung der DDR abgesperrt waren. In der DDR wurde "Rund um Berlin" seit 1950 als Amateur-Rennen ausgetragen und galt in dieser Zeit als eines der wichtigsten Eintagesrennen des Jahres. Als Gegenpart wurde zeitgleich ab 1950 in Westberlin „Rund in Berlin“ ausgetragen. Abnehmende sportliche Bedeutung und organisatorisches Chaos führten nach der politischen Wende dazu, dass der Klassiker „Rund um Berlin“ in den Jahren 2001 bis 2007 nicht ausgetragen wurde. 2008 war die bisher letzte Austragung. Als bedeutende Radsportveranstaltungen in Berlin sind heute vor allem die Berlin-Rundfahrt und der Velothon Berlin zu nennen. Mit fünf Erfolgen zwischen 1959 und 1965 ist Klaus Ampler der Rekordsieger von „Rund um Berlin“. Rudi Kirchhoff war viermal erfolgreich. 1951 feierte der damals 20-jährige Täve Schur bei „Rund um Berlin“ seinen ersten großen Sieg überhaupt.

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